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Destilliertes Wasser herstellen: 3 Methoden im Vergleich

Destilliertes Wasser selber machen: Topf, Wasserkocher oder Destilliergerät? Alle drei Methoden mit Aufwand, Ertrag und Kosten pro Liter im Vergleich.

·4 Minuten Lesezeit
Destilliertes Wasser herstellen: 3 Methoden im Vergleich

Destilliertes Wasser können Sie zu Hause selbst herstellen. Sie brauchen dafür nur eine Wärmequelle und eine Möglichkeit, den entstehenden Dampf aufzufangen. Wir zeigen Ihnen drei Methoden, vom Topf auf dem Herd bis zum Destilliergerät, jeweils mit Aufwand, Ertrag und Kosten pro Liter.

Was passiert beim Destillieren?

Destillation ahmt den natürlichen Wasserkreislauf nach. Wasser verdunstet aus einem See, der Dampf steigt auf, kühlt ab und fällt als Regen zurück. Entscheidend ist dabei: nur die Wassermoleküle verdampfen. Alles andere bleibt zurück.

Genau das nutzen Sie zu Hause. Sie erhitzen Leitungswasser bis zum Sieden, fangen den Dampf auf und lassen ihn abkühlen. Was Sie am Ende erhalten, ist Wasser ohne Kalk, ohne Schwermetalle, ohne Nitrat, ohne PFAS, ohne Medikamentenrückstände und ohne Bakterien. Die bleiben allesamt im Kessel zurück, als sichtbarer Belag.

Ein Aktivkohlefilter im Auslauf fängt zusätzlich flüchtige Stoffe ab, die zusammen mit dem Wasserdampf mitgehen könnten. Deshalb gehört er bei jedem ernsthaften Destilliergerät dazu.

Methode 1: Der Topf auf dem Herd

Die einfachste Variante, ganz ohne Anschaffung.

So geht es: Füllen Sie einen großen Topf zur Hälfte mit Leitungswasser. Stellen Sie eine hitzebeständige Schüssel hinein, so dass sie schwimmt oder auf einem Gestell steht, ohne dass Wasser hineinläuft. Legen Sie den Topfdeckel umgekehrt auf und füllen Sie ihn mit Eiswürfeln. Erhitzen Sie das Wasser auf mittlerer Stufe. Der Dampf steigt auf, kondensiert am kalten Deckel und tropft in die Schüssel.

Ertrag: Etwa 100 bis 200 Milliliter pro Stunde.

Nachteile: Sie müssen dabeibleiben und regelmäßig Eis nachlegen. Der Ertrag ist gering und der Energieverbrauch pro Liter hoch, weil Sie einen ganzen Topf Wasser erhitzen für ein kleines Glas Destillat.

Wofür geeignet: Einmalig ausprobieren, oder wenn Sie kurzfristig einen halben Liter für das Bügeleisen brauchen.

Methode 2: Der Wasserkocher mit Schlauch

Eine Stufe effizienter, aber mit Bastelaufwand.

So geht es: Sie brauchen einen Wasserkocher, dessen Abschaltautomatik sich überbrücken lässt, und einen hitzebeständigen Schlauch (Silikon, lebensmittelecht). Der Schlauch wird auf die Ausgussöffnung gesteckt und in ein Auffanggefäß geführt. Der Schlauch sollte auf dem Weg gekühlt werden, zum Beispiel indem er durch eine Schüssel mit kaltem Wasser läuft.

Ertrag: Etwa 300 bis 500 Milliliter pro Stunde.

Nachteile: Nicht jeder Wasserkocher eignet sich, und ein dauerhaft betriebener Kocher ohne Abschaltautomatik ist ein Sicherheitsrisiko. Achten Sie unbedingt auf lebensmittelechte Schläuche, günstige Baumarktschläuche geben Weichmacher ab.

Wofür geeignet: Gelegentlicher Bedarf, wenn Sie gerne selbst basteln.

Methode 3: Das Destilliergerät

Ein Gerät, das genau dafür gebaut ist.

So geht es: Kessel mit Leitungswasser füllen, Deckel aufsetzen, Glaskanne unter den Auslauf stellen, einschalten. Das Gerät erhitzt das Wasser, leitet den Dampf durch eine gekühlte Spirale, führt ihn durch einen Aktivkohlefilter und schaltet sich nach dem Durchlauf automatisch ab.

Ertrag: 4 Liter in etwa 4 Stunden, ohne dass Sie dabeibleiben müssen.

Nachteile: Anschaffungskosten. Das Gerät braucht außerdem einen Platz auf der Arbeitsfläche und muss alle 10 bis 14 Durchläufe entkalkt werden.

Wofür geeignet: Alle, die regelmäßig destilliertes Wasser brauchen, sei es zum Trinken, für Kaffee, für das Bügeleisen oder für Geräte im Haushalt.

Die drei Methoden im Vergleich

TopfWasserkocherDestilliergerät
Anschaffung0 €ca. 30 bis 50 €ab 149,95 €
Ertrag pro Stunde100 bis 200 ml300 bis 500 mlca. 1 Liter
Aufsicht nötigständigständignein
Stromkosten pro Literhochmittelca. 30 Cent
Aktivkohlefilterneinneinja
Automatische Abschaltungneinneinja

Lohnt sich das gegenüber gekauftem Wasser?

Rechnen wir ehrlich. Destilliertes Wasser aus dem Baumarkt oder der Drogerie kostet je nach Anbieter etwa 1,50 bis 4 Euro für 5 Liter, also grob 30 bis 80 Cent pro Liter. Mit einem Destilliergerät liegen Sie bei rund 30 Cent Stromkosten pro Liter.

Die reine Ersparnis ist also überschaubar. Der Unterschied liegt woanders:

  • Sie schleppen nichts mehr. Wer wöchentlich 5 Liter braucht, trägt im Jahr rund 260 Kilo nach Hause.
  • Sie haben immer Vorrat. Kein Ärger, wenn der Baumarkt geschlossen oder ausverkauft ist.
  • Qualität für den Verzehr. Destilliertes Wasser aus dem Baumarkt ist in der Regel technisches Wasser, gedacht für Bügeleisen und Autobatterien. Es ist nicht als Lebensmittel deklariert und meist in Kanistern abgefüllt, die dafür nicht ausgelegt sind. Wenn Sie das Wasser trinken möchten, stellen Sie es besser selbst her.
  • Kein Plastikmüll. 52 Kanister pro Jahr fallen weg.

Was Sie mit destilliertem Wasser machen können

Trinken (dazu haben wir einen eigenen Artikel geschrieben, denn darum ranken sich viele Mythen), Kaffee und Tee ohne Kalkgeschmack, Babynahrung, Bügeleisen, Dampfreiniger, Luftbefeuchter, CPAP-Geräte, Aquarien und empfindliche Zimmerpflanzen.

Häufige Fragen

Kann man destilliertes Wasser im Wasserkocher herstellen?
Ja, mit einem hitzebeständigen Schlauch am Ausguss und einer Kühlung auf dem Weg. Achten Sie auf lebensmittelechte Materialien und auf die Abschaltautomatik.

Wie lange dauert es, einen Liter herzustellen?
Mit dem Topf mehrere Stunden, mit dem Wasserkocher etwa zwei bis drei Stunden, mit einem Destilliergerät etwa eine Stunde.

Ist selbst hergestelltes destilliertes Wasser genauso rein?
Bei einem Destilliergerät mit Aktivkohlefilter erreichen Sie bis zu 99,9 Prozent Reinheit. Mit Topf oder Wasserkocher ohne Filter bleiben flüchtige Stoffe teilweise im Destillat.

Wie oft muss ich das Gerät reinigen?
Den Aktivkohlefilter jeden Monat wechseln, auch bei seltener Nutzung, da sich in gebrauchten Filtern Bakterien bilden können. Den Kessel alle 10 bis 14 Durchläufe entkalken.

Kann ich jedes Leitungswasser verwenden?
Ja. Je härter Ihr Wasser, desto mehr Kalk bleibt im Kessel zurück und desto häufiger müssen Sie entkalken.

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